Tierheim oder Züchter – Vor- und Nachteile

Ein Rudel

Ein Rudel

Die Diskussion, ob ein Tier von einem Züchter gekauft oder aus dem Tierheim geholt werden sollte, keimt nahezu täglich in einschlägigen TV-Magazinen und sozialen Netzwerken auf. Besonders, wenn wieder niedliche Welpen aus dem benachbarten europäischen Ausland auf Grenzmärkten oder über Anzeigen zu Spottpreisen angeboten oder sogenannte Massenzuchten ausgehoben werden, schlagen die Emotionen große Wellen.

Das wiederum ist ein Schlag ins Gesicht für jeden seriösen Züchter, der sich mit viel Liebe und Herzblut einer bestimmten Rasse verschreibt. Zuchtwelpen sind teuer, da zahlst du beim Tierschutz doch erheblich weniger. Also doch Tierheim? Aber findest du im Tierheim auch deine Lieblingsrasse, deinen Traumhund?

Der Welpe vom Züchter

Zum besserem Verständnis tun wir einfach mal so, als seist Du auf der Suche nach einem Shar-Pei – weitere Informationen zum Sharpei.

Auf deiner Suche nach einem Shar-Pei-Welpen findest du im Internet neben dem Verband für das deutsche Hundewesen, der eigens eine Züchterliste ausgibt, auch diverse Hobbyzüchter, die sich dem Shar-Pei verschrieben haben. Mit ein bisschen Glück, gibt es Abgabe-Welpen, die bereits das richtige Alter erreicht haben und ein neues Zuhause suchen. Der Preis für einen Welpen dieser Rasse liegt zwischen 1.000,- und 1.500,- Euro, je nach Abstammung.

Das ist durchaus berechtigt, denn darin sind alle Kosten des Tieres bis zur Abgabe enthalten, der kleine Welpe wird rund um die Uhr liebevoll versorgt, sozialisiert und tierärztlich betreut und behandelt, was bei dieser Rasse bedingt durch die starke Faltenbildung, gängiger ist als beispielsweise bei einem Kurzhaardackel.

Der Welpe als Schnäppchen

Auch wenn das Zeitungsinserat sehr verlockend klingt und 500,- Euro den Charme eines Schnäppchens versprühen, ist bei diesen Billigabgaben sehr große Vorsicht geboten. In bis zu 98% dieser Fälle kommen solche Tiere aus nicht seriösen Zuchten und Zuchtfarmen, auf denen nicht nur der Shar-Pei, sondern alle möglichen angesagten Rassehunde „nachproduziert“ werden.

Die Muttertiere werden als Geburtsmaschinen missbraucht und die Welpen sind auf den ersten Blick zwar süß anzuschauen, auf den zweiten Blick aber krank. Neurologische Störungen, Parasitenbefall ( Hundefloh bspw. ), Spätfolgen durch Inzucht sind nicht selten an der Tagesordnung und am Ende, zahlt der Hundebesitzer das Doppelte oder Dreifache an Tierarztkosten oben drauf.

Welpe, Züchter und Besitzer auf dem Prüfstand

Der seriöse Züchter indes kann durch den Stammbaum seiner Tiere die Herkunft belegen und konzentriert sich in der Regel auf die eine Rasse. Er hat kein Problem damit, dir nicht nur die Elterntiere vorzustellen, sondern die gesamte Zucht. Verliebst du dich in deinen kleinen Welpen, kannst du sicher sein, dass er tierärztlich gecheckt, geimpft und vielleicht sogar schon gechipt ist.

Dein neuer Mitbewohner hat bereits wichtige erste Umwelteindrücke sammeln dürfen und ist, dem Alter entsprechend, auf ein Leben außerhalb der Wurfbox bestens vorbereitet. Zudem interessiert sich der Züchter auch für dich, für dein Leben und es kann durchaus sein, dass er sich vor der Abgabe des Welpens in deine Hände, das neue Zuhause genau ansehen möchte.

Der Welpe aus dem Tierheim

Hundewelpen schlafen

Hundewelpen schlafen

Es ist ein hartnäckiges Gerücht, dass im Tierheim nur Mischlingshunde zu finden sind. Auch Rasse-Welpen sind häufig im Tierheim zu finden und von finanzieller Seite aus betrachtet, ist ein Tierheim-Hund natürlich um ein vielfaches günstiger als ein Welpe vom Züchter. Das liegt daran, dass die Übernahmegebühr, die du in einem Tierheim zahlst, in der Regel nicht zur Deckung der Kosten dient, sondern eher als eine Art Wertschätzung des Tieres zu verstehen ist.

Gibt es im Tierheim selbst keinen Welpen, der dein Herz erobern kann, kennt das Büro dort vielleicht eine Pflegestelle, die sich ausschließlich um deine Lieblingsrasse bemüht. Allen Tierheimtieren gleich ist, dass in sehr vielen Fällen die Vergangenheit eines Tieres unbekannt ist. Häufig werden Tiere ausgesetzt oder stromernd aufgegriffen und ihre Herkunft lässt sich nicht recherchieren.

Das kann in der Tat ein Nachtteil sein, muss aber im Falle eines Welpen keine Rolle spielen, da sich Ängste und Verhaltensstörungen noch nicht gebildet haben und der Hund tierärztlich versorgt wurde. Wie der seriöse Züchter auch, interessiert sich das Tierheim sehr für einen neuen Besitzer. Nicht nur die Chemie zwischen Hund und Dosenöffner muss stimmen, alle anderen Bedingungen müssen so sein, dass ein Tier auf lange Sicht vermittelt werden kann.

Züchter oder Tierheim? Wie entscheidest du dich richtig?

Die Frage, ob ein Tier von einem Züchter gekauft oder aus dem Tierheim geholt werden sollte, lässt sich also nur ganz individuell beantworten. Lassen wir unseriöse Züchter einmal außen vor, kann keine klare Empfehlung ausgesprochen werden. Mit einem Tier holt sich der neue Besitzer einen tierischen Begleiter für viele Jahre ins Haus.

Ist die Wahl auf einen Welpen einer bestimmten Rasse gefallen und soll der neue Mitbewohner so schnell wie möglich einziehen, empfiehlt sich je nach Rasse wahrscheinlich eher ein Welpe vom Züchter. Je ausgefallener eine Rasse ist, desto seltener findet sie sich in Tierheimen wieder.

Wer allerdings offen ist und sich nicht schon seit Jahren auf einen „Traumhund“ fixiert, wird im Tierheim ganz sicher auch unter den Rassehunden fündig, verliebt sich dann vielleicht doch in einen ganz anderen Kandidaten, gibt ihm ein neues tolles Zuhause und unterstützt den Tierschutz.


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